Das Kind einfach mal Kind sein lassen

Das Kind einfach mal Kind sein lassen

<span class="hpt_headertitle">Das Kind einfach mal Kind sein lassen</span>, M3LB Lernen durch Bindung

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Mit seiner Arbeit betonte Remo Largo immer, dass es ganz wichtig sei, die Vielfalt kindlicher Entwicklung anzuerkennen. (picture alliance / KEYSTONE / Gaetan Bally)

Kim Kindermann im Gespräch mit Andrea Gerk

Der Schweizer Autor, Kinderarzt und Entwicklungspsychologe Remo Largo ist gestorben. Er war einer der ersten, die Liebe statt Autorität in den Vordergrund der Kindererziehung rückten.

Millionen Eltern hat der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungspsychologe Remo Largo dabei geholfen, sich zurechtzufinden. Vor allem sein Bücher „Babyjahre“ und „Kinderjahre“ wurden, seit sie in den Neunzigern veröffentlicht wurden, immer wieder neu aufgelegt und sogar bis ins Chinesische übersetzt. Jetzt ist Remo Largo im Alter von 76 Jahren, gestorben.

„Ich denke, dass wir eine fatale Neigung haben, die Kinder unter Druck zu setzen und letztlich auch zu verbiegen, weil wir eben unsere eigenen Erwartungen über die Verwirklichung der Kinder setzen.“ Das hat Largo gesagt, als er das letzte Mal im Deutschlandfunk Kultur zu Gast war. Unsere Autorin Kim Kindermann erinnert sich an ihn.

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Berührend und wegweisend

Wenn man einen Satz wählen müsste, für den Remo Largo steht, wäre es wohl das Sprichwort „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht“, sagt Kim Kindermann. Der Schweizer, sei auch in der persönlichen Begegnung so wunderbar verständnisvoll herübergekommen, wie in seinen Büchern und Interviews.

Das war sein Zauber, den er auch beispielsweise in seinem „TED“-Talk gezeigt habe. Dieser sei so berührend und unglaublich wegweisend, wie eben auch „Babyjahre“. Beide lebten von seiner wohlwollenden Art und der Ansicht, dass jedes Kind einmalig sei. 

Seine Erkenntnisse basierten auf eigener Forschung

Von ihm stamme die These, das Kind versucht mit seinen Eigenschaften in dieser Welt zu bestehen. Sein Buch sei ein sanfter Wegweiser, um Eltern darin zu unterstützen, die Eigenheiten und die Bedürfnisse ihres Kindes besser wahrzunehmen und zu verstehen. Er betonte, dass es ganz wichtig sei, die Vielfalt kindlicher Entwicklung anzuerkennen. Bei Largo gebe es kein richtig, kein „so muss das jetzt aber sein“. Bei ihm war Entwicklung fluide.

Mit dieser Einstellung habe er zu den Pionieren gehört. Remo Largo kam aus der Forschung und hatte 900 Kinder von der Geburt bis ins Erwachsenenalter begleitet. Dabei habe er die Grundbedürfnisse des Kindes erkannt, zu denen neben Nahrung auch Liebe, Geborgenheit, soziale Anerkennung und ihr  Drang nach Selbstentfaltung, nach Leistung und nach Existenzsicherung gehören.

Dieses Wissen habe er dann mit der sozialen Entwicklung, also der Sprache, der motorisch, der körperlichen Entwicklung in Zusammenhang gesetzt. Dabei erkannte er: Wenn jeder Mensch seinen Bedürfnissen nach entwickelt wird, dann kann er seinen Platz in der Welt finden und glücklich und zufrieden werden. Gleichzeitig habe Largo sich ausdrücklich gegen jede Art von Förderwahn ausgesprochen, er war eher dafür, dass Eltern ein Netz spanen und ihre Kinder liebevoll, geduldig und achtsam begleiten. Auf keinen Fall sollen sie Druck auszuüben. 

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