Schule, wie wir sie heute kennen, hat ausgedient

Hirnforscher Hüther: Eltern zwingen ihre Kinder in das falsche Schulsystem

Die Schule bereitet kommende Generationen auf die Herausforderungen des Erwachsenenlebens vor. Hirnforscher Gerald Hüther hält das für einen Trugschluss. Die Erwartungen an die Institution Schule seien überzogen, das Grundverständnis der meisten Eltern falsch.

Corona bringt gerade alles, was im deutschen Bildungssystem schon seit Jahren schiefläuft, für die breite Öffentlichkeit maximal sichtbar auf den Seziertisch. Überall werden jetzt Möglichkeiten gesucht, damit sich das möglichst schnell ändert: Wie schaffen wir es, Unterricht digital statt analog im Klassenzimmer stattfinden zu lassen? Wie gelingt es den Lehrkräften trotz geteilter Klassen und massenhaft ausgefallener Stunden doch noch einigermaßen durch den übervollen Lehrplan zu kommen? Wo fehlen welche Tablets und Online-Lerntools?

Gerald Hüther lehnt diese Diskussion ab. Sie greife zu kurz, umschiffe konsequent die wirklich entscheidenden Fragen. Statt Methoden und Detailfragen auszuklamüsern, plädiert er dafür, die Corona-Krise dafür zu nutzen, das Schulsystem als Ganzes in Frage zu stellen und den aus seiner Sicht längst überfälligen Wandel zu forcieren.

Gerald Hüther fordert eine radikale Reform des Schulsystems, die Eltern sieht er dafür als die entscheidenden Akteure an

Hirnforscher Hüther: „Schule, wie wir sie heute kennen, hat ausgedient“

Denn die Schule, wie wir sie heute kennen, habe ausgedient, sagt der Professor für Neurobiologie, der zu den bekanntesten Gesichtern in der deutschen Debatte um die Zukunft des Bildungssystems gehört. „Wir halten die Schule für den Ort, an dem Kindern alles beigebracht wird, was sie später für ein gelingendes Leben brauchen und schreiben ihr damit immense Bedeutung zu“, erklärt er im Gespräch mit FOCUS Online. „Dabei vermittelt Schule in ihrer jetzigen Form keine der Fertigkeiten, derer es in der veränderten Welt von morgen bedarf.“

Anders als im Industriezeitalter genüge es heute nicht mehr, sich Fachwissen anzueignen und dann auf Knopfdruck herunterzuspulen. Grundfertigkeiten wie Rechnen, Schreiben, Lesen, Literatur und Naturwissenschaften seien zwar weiterhin wichtig. „Aber für ein glückliches Leben reicht das, was Heranwachsende in den von uns geschaffenen ‘Bildungseinrichtungen’ lernen, nicht mehr aus.“

https://www.focus.de/familie/eltern/familie-heute/gerald-huether-im-focus-online-gespraech-hirnforscher-kritisiert-eltern-zwingen-ihre-kinder-in-falsches-schulsystem_id_12665427.html 

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